Was ist ein ETF

Was ist ein ETF

Ein ETF (Exchange-Traded Fund) ist ein indexbasierter Fonds. Er bildet also einen gewissen Index nach, wie zum Beispiel den DAX. Das heißt, ein ETF auf den DAX hat die gleichen Aktien wie sie auch im DAX sind und hat dazu auch die gleiche Gewichtung wie der DAX.

Mit Gewichtung ist gemeint, wie stark eine Aktie in dem jeweiligen Fonds vertreten ist. Diese Gewichtung wird unterschiedlich erstellt. Der MSCI World z. B. gewichtet nach Marktkapitalisierung. Was das bedeutet, erkläre ich weiter unten. Da die Beliebtheit von ETFs immer größer wird, gibt es mittlerweile aber auch spezielle ETFs, die sich an verschiedenen Branchen oder anderen Attributen wie Nachhaltigkeit orientieren. Die ETFs, die nachhaltig investieren wollen, haben das Kürzel ESG. Ich habe diese Art extra in einem eigenen Beitrag erklärt, siehe hier.

Da diese Fonds nur einen Index nachbilden und nicht aktiv gemanagt werden, sind die Kosten viel geringer als bei aktiv gemanagten Fonds. Wie sich in den letzten 20 Jahren herausgestellt hat, hättet ihr in den meisten Fällen auch eine bessere Performance erzielt als mit einem aktiv gemanagten Fonds.

Das heißt aber nicht, dass die ETFs absolut kostenlos sind. Es entstehen beim Halten der ETFs Kosten, diese werden aber immer mit angegeben und betragen in der Regel zwischen 0,2 und 0,75 % pro Jahr. Bei aktiv gemanagten Fonds können durchaus Kosten von 2–5 % entstehen, ohne dass die Performance besser gewesen wäre.

Der Vorteil dieser ETFs ist, dass man dadurch mit wenig Geld eine breite Diversifikation erreichen kann. Es gibt ETFs, die bereits ab 25 Euro zu handeln, und zu besparen sind. Viele Broker bieten hier direkte Sparpläne an und verzichten auf die Gebühren beim Kauf.

Wenn man sich die letzten 10–20 Jahre ansieht, kann ein ETF durchaus überzeugen. Der MSCI World, in dem sich 1600 Aktien befinden, schaffte beispielsweise eine durchschnittliche Rendite von 7,8 % p.a. Allerdings muss man hier auch erwähnen, dass das keinen Schluss auf die Zukunft zulässt. Es wird sich zeigen, ob der MSCI World das Ganze erneut schafft.


Was sind nun die Vorteile der ETF´s?

Der Vorteil der ETFs ist, dass man dadurch mit wenig Geld eine breite Diversifikation erreichen kann. Es gibt ETFs, die bereits ab 25 Euro zu handeln, und zu besparen sind. Viele Broker bieten hier direkte Sparpläne an und verzichten auf die Gebühren beim Kauf.

Der MSCI World besitzt zum Beispiel 1600 Aktien, die man so einfach mal auf die Schnelle kaufen kann. Somit zählt ein ETF zu den sichersten Anlagen, die es im Bereich der Aktien gibt. Natürlich ist auch hier das Risiko vorhanden. Wenn es dem Gesamtmarkt schlecht geht, wird auch dieser Index fallen. Allerdings dürfte man vor Totalausfällen sicher sein. Wenn eine Aktie in diesem ETF auf 0 fällt, kann einem das ziemlich egal sein, weil man schließlich an den Kursen von 1600 Aktien partizipiert.

Durch den Erfolg der ETFs gibt es mittlerweile so viel Auswahl, dass für jeden etwas dabei ist. Es lassen sich zum Beispiel mit ein paar verschiedenen ETFs ganze Strategien umsetzen (mehr zu den Anlagestrategien findest du hier), wodurch sich die Sicherheit noch weiter steigern lässt.

Auch zur Beimischung sind ETFs geeignet. Gerade in neuen Bereichen, in denen noch kein Platzhirsch vorhanden ist (Cyber Security, Cannabis, Wasserstoff, um nur einige zu nennen), bietet es sich an, auf den ganzen Markt zu wetten, anstatt auf einzelne Aktien zu setzen. Dadurch verringert man das Risiko.


Was sind die Nachteile?

Wie bei jeder Anlageklasse, gibt es auch bei ETFs ein paar Nachteile, oder zumindest Dinge, die man wissen sollte. Es ist wichtig, sich mit den einzelnen ETFs auseinanderzusetzen, um eine Klumpenbildung zu verhindern.

Der MSCI World setzt sich zum Beispiel aus 1600 Aktien auf der ganzen Welt zusammen, allerdings ist dieser Index auch nach den größten Aktien (nach Marktkapitalisierung) gewichtet. Das bedeutet, dass die größten Positionen in diesem Index Aktien wie Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Co. sind. Somit besitzt man mit diesem ETF zwar 1600 Aktien, die größten Positionen sind aber allesamt in den USA und machen durch die Gewichtung gut 60 % des ETFs aus. Demnach ist der MSCI World eher ein USA.

Grundsätzlich hat dieser ETF dennoch seine Berechtigung, immerhin hält man damit die stärksten Aktien weltweit. Es würde aber keinen Sinn machen, diesen ETF mit einem anderen ETF wie dem S&P 500 oder dem NASDAQ zu kombinieren, weil dort in etwa die gleichen Aktien hochgewichtet sind wie bei einem MSCI World.

Hier muss man also auf die Positionen achten. Wer jetzt bereits laut aufschreit, weil er sich wohl doch mehr damit beschäftigen muss als gedacht, den kann ich etwas beruhigen. Auf der Seite JustETF kann man gezielt nach ETFs suchen. Dort gibt es auch ein Infoblatt, das auf einen Blick zeigt, welche Aktien die größte Gewichtung in diesem ETF haben, und wie es dort mit der Länderaufteilung aussieht. Das allein reicht bereits aus, um die Klumpenbildung größtenteils zu vermeiden. Wenn du mehr über die richtige Auswahl von ETFs erfahren willst, dann sieh dir meinen Beitrag „Worauf muss ich bei meinen ETFs achten“ an.

Ein weiterer Punkt, der zu erwähnen ist, sind die Hauptversammlungen. Als ETF‑Investor hast du kein Recht, auf die Hauptversammlung des Unternehmens zu gehen. Du gibst deinen Stimmanteil also an den jeweiligen Emittenten des ETFs ab. Die Abstimmungen, die dort mit deinen Stimmen getroffen werden, sind vermutlich nicht nachteilig für dich. Trotzdem sollte jedem klar sein, welche Macht er den jeweiligen Emittenten dadurch gibt.

Der nächste Nachteil ist die Überdiversifizierung. Gerade Neulinge machen den Fehler, sich zu viele ETFs ins Portfolio zu legen. Es wird einfach mal gekauft, ohne wirklich einen Plan zu haben. Man liest hier etwas über die neue Zukunft, da über einen Sektor, der bald durchstartet, und plötzlich hat man 30 ETFs im Depot, von denen 15 in sehr exotische Bereiche investieren, die aber doch irgendwie schon in anderen enthalten sind. Wenn in so einem Depot mal ein paar ETFs gut laufen, macht sich das im Gesamtdepot nicht mehr bemerkbar. Deshalb solltest du es nicht übertreiben.


Fazit:

Gerade für Anfänger, die neu an der Börse sind, bieten sich ETFs an. Durch einen Sparplan, der monatlich z. B. 25 Euro investiert, kann man sich über die Jahre einen schönen Betrag zusammensparen. Das Ganze ist so weit automatisierbar, dass man im Grunde nichts mehr damit zu tun hat. Und durch die monatliche Einzahlung ist es nicht weiter nötig, auf Schwankungen der Märkte zu reagieren. Man kauft einfach manchmal zu hohen Kursen, und manchmal zu niedrigen Kursen. Langfristig hat man aber noch nie etwas falsch gemacht, wenn man von steigenden Kursen ausgeht.

Auswertungen zeigen, dass in den letzten 10 Jahren kein ETF im Minus lag, der schon mindestens 5 Jahre bespart wurde.

Durch das immer größere Angebot an ETFs lassen sich verschiedene Strategien umsetzen und es kann auf verschiedene Kriterien geachtet werden.

Auch die Auswahl und das Anlegen eines Sparplans sind relativ einfach und man findet auf YouTube zahlreiche Videos dazu.

Da unsere Rente immer unsicherer wird und es kaum noch andere Optionen gibt, sollte man ernsthaft über einen ETF nachdenken. Langfristig (10–20 Jahre) macht man damit nichts falsch.