Grundlagen der Investition:

Grundlagen der Investition:

In diesem Beitrag fangen wir damit an, die grundlegenden Dinge des Investierens besser zu beleuchten. Investieren kann anfangs sehr kompliziert wirken, besonders wenn man die vielen Möglichkeiten betrachtet, die es bietet. Doch mit unserem Leitfaden wirst du schnell merken, dass jeder in der Lage ist, Geld an der Börse zu investieren. Unser Ziel ist es, dir im ersten Teil die 4 wichtigsten Anlageklassen vorzustellen. Diese sind für uns Aktien, Kryptowährung, Anleihen und ETFs. Wir werden es dir ausführlich erklären, damit du schließlich über ein solides Fundament verfügst, um bessere Anlageentscheidungen treffen zu können.

Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten, an die Börse heranzutreten und andere Ansichten als die hier besprochenen. Diese Liste ist also bei weitem nicht vollständig, es geht nur darum einen ersten Eindruck zu bekommen. Wichtig ist, dass du hier nichts als absolut wahrnehmen solltest. Es ist ein Supermarkt, in dem dir mehrere Waren angeboten werden. Wenn dir eine gefällt, dann nimm sie einfach mit. Falls nicht, lass sie einfach liegen.


1. Aktien:

Was sind Aktien? Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Wenn du also eine Aktie kaufst, dann hast du einen kleinen Teil eines Unternehmens und wirst somit Miteigentümer. Dies gibt dir einen Anspruch auf einen Teil der Gewinne des Unternehmens, außerdem kommst du in den Besitz eines Stimmrechts.

Es ist wichtig zu verstehen, was das konkret bedeutet. In der heutigen Zeit sehen die meisten Menschen eine Aktie nicht mehr als einen Teil des Unternehmens, sondern einfach als einen Teil von etwas, das steigt oder fällt. Sie hängen an ihren Aktien so sehr wie Kartenspieler an ihren Karten. Die Idee dahinter war aber immer, dass sie Teil des Unternehmens sind. Das bedeutet, dass du gewinnst, wenn das Unternehmen Gewinne macht und dass du aber auch verlierst, wenn das Unternehmen verliert. Mit anderen Worten, das Unternehmen teilt seinen jetzigen und künftigen Erfolg mit dir, dafür teilt es aber auch das Risiko des Scheiterns mit dir.

Eine Aktie ist also kein kompliziertes Finanzkonstrukt, sondern einfach nur ein Unternehmen, das in viele kleine Teile aufgespalten und „verbrieft“ wurde, um sie in dein Depot zu bekommen. Obwohl das Prinzip dahinter also nicht sonderlich kompliziert ist, ist die Bewertung solcher Firmen eine Kunst für sich. Wir werden in späteren Teilen noch feststellen, ob das etwas für dich ist.

Die Vorteile von Aktien in Kürze:

  • Potenzial für hohe Renditen: Historisch gesehen haben Aktien unter den Anlageklassen die beste Wertentwicklung erzielt. (Abgesehen von Krypto, allerdings ist diese Historie noch recht jung.)
  • Dividenden: Wie oben bereits erwähnt, ist man mit den Aktien eines Unternehmens ein Miteigentümer und erhält somit Dividenden, also eine Gewinnbeteiligung. Bei Wachstumsunternehmen fällt diese Einnahme oft weg, diese müssen sich über den Wertzuwachs rechnen.
  • Eigentumsrecht: Wer eine Aktie hält, hat ein Mitspracherecht bei wichtigen Unternehmensentscheidungen und wird auf Hauptversammlungen eingeladen. Das sollte jeder Aktionär einmal erlebt haben.
  • Einfachheit: Eine Aktie zu kaufen ist keine Kunst. Zwar fühlt sich der Kauf gerade am Anfang etwas befremdlich an, dieses Gefühl verschwindet aber sehr schnell. Dazu kommt, dass man Aktien fast immer handeln kann, solange die Börsen offen sind.
  • Individuelle Strategien möglich: Mit Aktien ist ein sehr konzentriertes wie auch ein diversifiziertes Portfolio möglich. Somit sind der Kreativität der Strategie kaum Grenzen gesetzt.

Die Risiken von Aktien in Kürze:

  • Marktschwankungen: Aktien können im Kurs stark schwanken. Durch ständige Meldungen und Einschätzungen entsteht ein sogenanntes Marktrauschen. Wer hierfür keine Nerven hat, sollte nicht auf Aktien setzen.
  • Unternehmensspezifische Risiken: Wie oben gerade erwähnt, können Meldungen zu extremen Kursbewegungen führen. Vieles davon ist Marktrauschen, allerdings können solche Meldungen auch Schwächen der Unternehmen aufdecken und den Kurs dauerhaft stark beeinflussen. Schlecht gemanagte Unternehmen können zu Kursverlusten oder Totalverlusten führen.
  • Keine Gewissheit: Ob eine Aktie sich auf 10 Jahre finanziell lohnt, kann keiner mit Gewissheit sagen. Dividenden können gekürzt werden, Kurse können über Jahre fallen. Obwohl das statistisch gesehen sehr unwahrscheinlich ist.
  • Währungsrisiko: Anlagen in andere Länder haben immer ein Währungsrisiko.

Für wen sind Aktien etwas? Die richtigen Aktien auszuwählen ist oft gar nicht so schwer. Es kommt vor allem darauf an, wie viel Zeit du bereit bist darin zu investieren. Wer sich also die Zeit nehmen will, Spaß an der Recherche hat und große finanzielle Ziele, der ist bei Aktien ganz gut aufgehoben. Allerdings muss man auch die Risiken sehen und akzeptieren. Wer keine starken Schwankungen aushält, der sollte sich von einzelnen Investitionen fernhalten. Gerade die psychische Seite sollte hier im Fokus stehen. Viele Investoren in diesem Segment treffen dumme Entscheidungen aufgrund von starken Bewegungen am Markt.


2. Kryptowährungen:

Was sind Kryptowährungen? Kryptowährungen sind digitale oder virtuelle Währungen, die kryptografisch gesichert sind und teilweise dezentral auf der Blockchain-Technologie basieren. Bitcoin war die erste und ist die bekannteste Kryptowährung, aber es gibt viele andere wie Ethereum, Solana und Dogecoin. Um mit diesen Assets zu handeln, braucht es spezielle Börsen. Zwar gibt es von einigen Brokern mittlerweile Möglichkeiten, Kryptowährungen durch ETFs zu handeln, diese bringen dich aber nicht in den Besitz von der Kryptowährung. Das kann steuerlich eine Rolle spielen, da die Kryptowährungen nach einem Jahr (einjährige Spekulationsfrist) steuerfrei sind. Bei einem ETF gilt das allerdings nicht, hier sind immer Abgeltungssteuern zu zahlen. Durch die Kryptobörsen ist man steuerlich gesehen im Besitz dieser Coins. Allerdings werden die Coins im Grunde immer noch von einer Bank für dich verwahrt. Solltest du Wert darauf legen, deine Coins selbst zu verwahren, brauchst du dafür eine Kryptowallet. Erst mit dieser bist du wahrhaftig im Besitz von Kryptowährung.

Die Vorteile von Kryptowährungen in Kürze:

  • Dezentralisierung: Durch die Dezentralisierung sind die Kryptowährungen nicht an zentrale Institutionen gebunden, wie z.B. Banken.
  • Anonymität: Durch die Verwendung einer Wallet ist es möglich, die Coins anonym zu verschicken. Allerdings wird dieser Vorteil durch Regulierungen aufgeweicht und unterbunden.
  • Regulierungen: Das mag den Kryptojüngern jetzt übel aufstoßen, allerdings sehe ich die Regulierung als Vorteil. Denn durch diese wird der Handel einer breiten Masse zugänglich gemacht und es ist die Bestätigung der Institutionen, dass Kryptowährung bleiben wird und sich als neues Anlageasset etabliert.
  • Großes Renditepotenzial: In der Vergangenheit konnten unglaubliche Renditen mit Bitcoin erreicht werden. Auch vielen anderen Kryptowährungen wird dieses Potenzial nachgesagt.
  • Steuern: Wie oben schon erwähnt, sind keine Steuern zu zahlen, wenn man eine Kryptowährung über ein Jahr hält.

Die Risiken von Kryptowährung in Kürze:

  • Volatilität: Kryptowährungen sind extrem volatil. Einbrüche oder Anstiege von über 10 % an einem Tag sind durchaus zu erwarten. Gerade bei kleinen Coins kann sich der Wert sehr schnell dramatisch ändern.
  • Sicherheit: Wenn du deine Kryptowährungen selbst verwaltest, dann bist du auch für deren Sicherheit verantwortlich. Gerade in Bullenmärkten sind Wallets ein gern genommenes Ziel von Hackern. Aber auch Kryptobörsen werden immer wieder angegriffen. Wenn deine Kryptowährungen gestohlen werden, gibt es wenig Möglichkeiten, sie zurückzuholen.
  • Regulatorische Unsicherheit: In vielen Ländern ist noch nicht klar, wie mit den Kryptowährungen umgegangen werden soll. Das birgt ein gewisses Risiko.
  • Betrug: Die Kryptowährungen sind vergleichsweise noch sehr jung. Aus diesem Grund nutzen viele Betrüger Kryptowährungen, um sich zu bereichern.

3. Anleihen:

Was sind Anleihen? Anleihen sind Schuldtitel, die von Unternehmen oder Regierungen ausgegeben werden, um Kapital zu beschaffen. Anders gesagt sind es also einfach Kredite. Wenn du eine Anleihe kaufst, dann leihst du einem Unternehmen oder einer Regierung also einfach Geld. Im Gegenzug erhältst du dafür regelmäßig Zinszahlungen (Coupons) und am Ende der Laufzeit erhältst du den Nennwert der Anleihe zurück, also das Geld, das du investiert hast. Wie bei einem Kredit, den du aufnimmst, kommt es dabei auf die Kreditwürdigkeit des Kunden an.

Der Nennwert der Anleihe kann fallen, wenn sich die Zinsen erhöhen. Das spielt aber für dich nur eine Rolle, wenn du beabsichtigen solltest, die Anleihe vor ihrem Laufzeitende zu verkaufen. Wenn die Anleihe regulär ausläuft, bekommst du den Ausgabewert, also 100 % in der Regel zurück. Aber Achtung: Vor dem Kauf solltest du darauf achten, dass der Nennwert zu 100 % zurückgezahlt wird, denn es gibt auch Anleihen mit Sonderkonditionen.

Die Vorteile von Anleihen in Kürze:

  • Stabilität: Anleihen bewegen sich nur sehr wenig und bieten stabile Erträge. Das macht sie für die Beimischung zu einem Aktiendepot interessant.
  • Regelmäßige Zinszahlungen: Anleihen zahlen regelmäßig Zinsen, was eine gewisse Planbarkeit von Einnahmequellen erlaubt.
  • Kapitalschutz: Bei Anleihen mit hoher Bonität besteht ein geringes Risiko, sein Geld zu verlieren.
  • Einfach: Anleihen sind an der Börse so einfach zu kaufen wie Aktien. Zwar gibt es einige Dinge, die beachtet werden müssen, aber diese sind im Infoblatt leicht zu finden.
  • Geringe Korrelation mit Aktien: Anleihen korrelieren in der Regel nur sehr wenig mit Aktien, was ihnen einen weiteren Stabilitätspunkt bringt.

Die Risiken von Anleihen in Kürze:

  • Zinsrisiko: Wenn die Zinsen steigen, dann sinkt der Nennwert der Anleihen. Je länger die Laufzeit, desto höher ist das Risiko.
  • Inflationsrisiko: Je länger man eine Anleihe hält, desto größer kann das Risiko sein, dass die Gewinne von der Inflation aufgefressen werden.
  • Bonität: Wer nach ausgezeichneten Zinsen sucht, muss oft zu schlecht bewerteten Schuldnern greifen. Hier ist das Risiko dann hoch, dass der Schuldner seine Schuld nicht begleichen kann.
  • Währungsrisiko: Anlagen in andere Länder haben immer ein Währungsrisiko.

4. ETFs (Exchange Traded Funds):

Was sind ETFs? ETFs sind Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden und die Entwicklung eines bestimmten Index wie z.B. den DAX nachbilden. Dabei ist der Handel so einfach, als würde man eine Aktie kaufen. Bei den meisten Brokern ist es möglich, einen kostenlosen Sparplan auf solche ETFs laufen zu lassen. ETFs bieten einen einfachen Zugang zu einem breit gestreuten Portfolio, da man mit nur einer Transaktion in bis zu 1600 Aktien auf einmal investieren kann (MSCI World). Es gibt allerdings auch Kritik an den Fonds, da das Mitspracherecht der Aktien nicht beim Käufer des ETFs liegt, sondern beim Fondsanbieter.

Vorteile der ETFs in Kürze:

  • Diversifikation: Durch ETFs ist es sehr einfach, in eine Vielzahl von Aktien gleichzeitig zu investieren.
  • Geringe Kosten: Oft sind die Sparpläne kostenlos und auch die Gebühren sind sehr günstig.
  • Zinseszins: Dadurch, dass man wenig umschichten muss, kann man den Zinseszins am besten ausnutzen.
  • Einfacher Handel: ETFs sind so leicht zu handeln wie Aktien.
  • Kaum Zeit nötig: Wer seine ETFs ausgewählt hat, der braucht keine Zeit mehr damit verbringen.

Die Risiken der ETFs in Kürze:

  • Marktrisiko: ETFs bestehen nur aus Aktien, somit sind sie auch so volatil wie Aktien im Durchschnitt.
  • Liquiditätsprobleme: Bei exotischen ETFs kann es zu Liquiditätsproblemen kommen. Du solltest deshalb immer darauf achten, ETFs zu kaufen, die ausreichend gehandelt werden.
  • Klumpenrisiko: Der MSCI World ist zum großen Teil in Amerika investiert. Das kann ein Vor- und ein Nachteil sein. Wichtig ist nur, sich darüber im Klaren zu sein.
  • Währungsrisiko: Anlagen in andere Länder haben immer ein Währungsrisiko.

Fazit:

Die Welt der Investitionen hat viel zu bieten. Wie du siehst, haben alle Anlageklassen ihre Vor- und Nachteile. Dem Großteil der Menschen kann man einen ETF empfehlen. Mehr werden sie nicht brauchen, um an der Börse erfolgreich zu sein. Wer aber mehr an der Börse erreichen will und sich für dieses Thema interessiert, der wird mit ETFs nicht ans Ziel kommen. Hier braucht man das Trading, allerdings ist der Arbeitsaufwand um einiges höher. Wer diesen Blog schon ein wenig länger kennt, weiß das wir hier hauptsächlich über das Trading sprechen. Solltest du das Trading also erlernen wollen, dann bist du hier genau richtig. Falls dir ein ETF reicht, dann reichen dir meine Grundlagen die ich hier veröffentlicht habe.

Es kommt darauf an, was deine Ziele und Vorstellungen sind. Sei dabei ehrlich zu dir selbst und realistisch. Wenn du dir darüber im Klaren bist, dann wirst du sehen, welche Anlageklasse für dich die richtige ist. Investiere in deine Bildung und du bist in der Lage, deine Investitionen erfolgreich und langfristig zu meistern.