Die Finanzmärkte hatten schon immer eine gewisse Magie auf die Menschen. So wurden sie Gegenstand von hunderten von Filmen und Büchern. Die breite Mehrheit kennt sie dadurch oft nur als Ort der Übertreibung und des Überflusses, oder einfach als einen Ort, der sehr laut ist. Besonders in Deutschland ist das der Fall. Die meisten Deutschen sehen die Finanzmärkte eher negativ, als einen Ort für Reiche, wo nur Reiche gewinnen. Dabei wissen die meisten nicht einmal, was es mit den Finanzmärkten genau auf sich hat.
Heute sehen wir uns die Finanzmärkte genauer an und erklären ihre Grundlagen. Wir werden klären, welche Typen des Finanzmarktes es gibt, und welche Funktionen diese haben. Außerdem beleuchten wir auch die Frage, ob es die Reichen wirklich so einfach haben.
Was genau sind Finanzmärkte?
Anders als oft gedacht wird, sind die Finanzmärkte nicht die Märkte für Aktien, die über die Welt verteilt sind. Sondern es handelt sich um verschiedene Plattformen, an denen verschiedene Finanzprodukte gehandelt werden. Wenn man also von den Finanzmärkten spricht, dann redet man von verschiedenen Typen der Finanzmärkte, auf die wir gleich eingehen werden.
Die Finanzmärkte ermöglichen es den Teilnehmern, Kapital zu beschaffen, zu investieren, Risiken abzusichern und Preisbewegungen zu nutzen. Die Hauptakteure sind dabei vor allem Unternehmen, Regierungen, Banken, Investoren, Hedgefonds und Einzelpersonen.
Welche Typen von Finanzmärkten gibt es?
Alle Märkte hängen in einer gewissen Weise miteinander zusammen, stehen aber für sich alleine. Wir unterscheiden hier zwischen:
1. Devisenmarkt (Forex)
- Wichtigkeit: sehr hoch, da er den internationalen Handel und Investitionen ermöglicht.
- Volumen: Größter Markt in Bezug auf das tägliche Handelsvolumen (über 7,5 Billionen USD täglich).
Der Devisenmarkt ist mit einem Handelsvolumen von 7,5 Billionen US-Dollar der größte Finanzmarkt der Welt. Dort werden Währungspaare gehandelt, wie zum Beispiel der EUR/USD. Dieses und 6 weitere Paare werden auch als Majors bezeichnet, es sind also die Hauptwährungspaare. Ohne ihn würde es keinen internationalen Handel oder Investitionen geben, da hier besonders Banken ihre USD bspw. in EUR tauschen, um Investitionen zu tätigen. Der Devisenmarkt ist rund um die Uhr, von Sonntag 22 Uhr (mit dem Beginn der Sydney-Session) bis Freitag 22:00 Uhr (Ende New-York-Session), geöffnet. Da Forex ein dezentraler Markt ist, also keine Heimatbörse hat, richtet sich die Handelsaktivität an die einzelnen Sessions, also den Börsenstart der größten Börsen auf der Welt. Dieser Zyklus beginnt, wie oben schon angedeutet, in Asien, geht dann nach Europa und endet schließlich in Nordamerika, um letzten Endes wieder in Asien zu starten. Es gibt insgesamt also 4 Sessions, die nach den größten Börsen in deren Region benannt sind. Diese sind:
Sydney-Session: Beginnt um 22:00 Uhr und endet um 7 Uhr MEZ. Zu dieser Zeit werden vor allem die Währungspaare AUD/NZD und AUD/JPY sehr aktiv gehandelt.
Tokio-Session: Beginnt um 1:00 Uhr und endet um 10:00 Uhr MEZ. Zu dieser Zeit wird vor allem das Währungspaar AUD/JPY aktiv gehandelt.
London-Session: Beginnt um 9:00 Uhr und endet um 18:00 Uhr MEZ. Hier sind vor allem die Währungspaare EUR/GBP, EUR/CHF und deren Gegenpaare gehandelt.
New-York-Session: Beginnt um 14:00 Uhr und endet um 22:00 Uhr MEZ. Zu dieser Zeit ist das Währungspaar EUR/USD interessant.
Zu den Teilnehmern gehören im Grunde alle. Von Zentralbanken zu Geschäftsbanken, über Unternehmen bis hin zu Einzelhändlern. Devisen sind sehr beliebt unter Day-Tradern, eben weil so viel Liquidität am Markt ist. Gehandelt wird immer in Währungspaaren, wobei die wichtigsten die Paare EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD, USD/CHF, USD/CAD, AUD/USD und NZD/USD sind. Diese sind, wie oben schon besprochen, die sogenannten Majors. Neben ihnen gibt es noch die Minors. Diese sind weniger liquide als die Majors, aber dennoch wichtige Paare von verschiedenen Ländern wie z. B. GBP/JPY oder AUD/USD. Und dann gibt es noch die Exoten.Diese sind Währungspaare, die wenig Volumen haben und meist aus US-Dollar zu Schwellenländerwährungen bestehen, wie z. B. USD/TRY oder USD/MXN.
Die erste Währung stellt dabei die Basiswährung dar, während die zweite Währung die quotierte Währung darstellt. In EUR/USD bedeutet das, dass hier der Wechselkurs des EUR angezeigt wird. Steht dieses Währungspaar also bei 1,15, bedeutet das, dass 1 Euro einem Wert von 1,15 USD entspricht. Beim Handeln verkauft man also den Euro und kauft den Dollar.
Die meisten Akteure nutzen den Devisenmarkt lediglich zum Tausch von Währungen, um internationale Geschäfte abzuwickeln, oder für Absicherungen gegen Währungsschwankungen. Zentralbanken treten im Devisenmarkt eher dann hervor, wenn sie versuchen, einen Wechselkurs zu stabilisieren, oder andere Ziele erreichen wollen.
Das Spekulieren am Devisenmarkt wird als schwierig gesehen, da in die Währungspaare unzählige Faktoren einfließen, die den Kurs beeinflussen. Alles wird hier einberechnet, Zinssätze, politische Ereignisse, wirtschaftliche Indikatoren sowie die Marktstimmung sind nur einige der Faktoren, die man beachten muss. Deshalb spekulieren viele Day-Trader an den Märkten mit Charttechnik, da das gerade bei Forex sehr gut funktioniert. Durch die kurzfristigen Geschäfte spielen solche Faktoren eine weniger wichtige Rolle und das Risiko ist besser zu kontrollieren.
Der Devisenmarkt ist sehr spannend. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, dann habe ich bald einen Beitrag für Sie.
2. Kapitalmarkt:
- Wichtigkeit: Hoch, da er langfristige Finanzierungen für Unternehmen und Regierungen bereitstellt.
- Volumen: Sehr groß, insbesondere Aktien- und Anleihenmärkte.
Der Kapitalmarkt geht eine Stufe höher, wenn man so will. Er ist an sich aber ein weiterer Sammelbegriff für die folgenden Märkte:
- Anleihemarkt
- Aktienmarkt
- Derivatemarkt
Anleihemarkt:
Der Anleihemarkt ist dabei der größte Markt, gemessen am ausstehenden Volumen. Er ist also deutlich größer als der Aktienmarkt. Das ist deshalb wichtig, da Veränderungen des Anleihemarktes den Aktienmarkt sehr stark beeinflussen können. Obwohl ich im vorherigen Beitrag sagte, dass Anleihen und Aktien in der Regel nicht stark miteinander korrelieren, kommt es bei Zinsänderungen doch vor, dass sie direkte Konkurrenten um das Geld werden. Wenn die zu erwartende Rendite bei Aktien unter ein gewisses Niveau fällt, werden Anleihen, gemessen am eingegangenen Risiko, interessanter als Aktien, und so fallen die Aktien, während die Anleihen steigen.
Weiter kann es auch sein, dass durch die Steigerung der Zinsen die Kreditkosten für Unternehmensanleihen steigen, was dazu führt, dass Unternehmen plötzlich deutlich schlechter dastehen als zuvor, wenn sie sich gerade dann neu refinanzieren müssen.
Sie sehen also, dass der Anleihemarkt sehr genau beobachtet wird, um Bewegungen am Aktienmarkt zu prognostizieren. So können steigende Renditen von Staatsanleihen auch auf eine steigende Inflationserwartung oder ein stärkeres Wirtschaftswachstum hindeuten. Auch das Sentiment kann durch Veränderungen am Anleihemarkt den Aktienmarkt beeinflussen. Behalten Sie also stets den Anleihemarkt im Auge.
Aktienmarkt:
Der Aktienmarkt ist wohl der bekannteste Finanzmarkt, den es gibt. Hier werden die meisten Nachrichten produziert, und von ihm ist die Rede, wenn es um die Indizes DAX, den Dow Jones oder den S&P 500 geht. Zu den bekanntesten Börsen gehören die Frankfurter (XETRA), die New York Stock Exchange (NYSE) oder auch die London Stock Exchange (LSE). An ihnen sind die Unternehmen des jeweiligen Landes gelistet. Daneben gibt es noch kombinierte Börsen wie die Lang und Schwarz (L&S) oder die Tradegate, die längere Handelszeiten haben als die Heimatbörsen.
Bei Tradegate ist es auch möglich, z. B. deutsche Aktien bis um 22 Uhr zu handeln, obwohl der reguläre Handel um 17 Uhr beendet ist. Das ist allerdings nicht zu empfehlen, da kein korrekter Kurs mehr gestellt werden kann, wenn Sie außerhalb der Handelszeiten handeln.
Der Aktienmarkt bietet den Investoren die Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, um von deren Wachstum zu profitieren. Unternehmen dagegen bietet es die Möglichkeit, Kapital zu beschaffen, um so die Forschung und Entwicklung zu finanzieren oder eine Expansion voranzutreiben.
Wie der Devisenmarkt, wird auch der Aktienmarkt von vielen Faktoren beeinflusst. Unternehmensgewinne, makroökonomische Daten, Zinssätze, politische Ereignisse oder aber auch die Marktstimmung. Anders als bei Devisen ist das Risiko aber hier besser zu steuern, da es letzten Endes nur auf den Zustand des Unternehmens ankommt. Ein gutes Unternehmen wird auch durch diese Faktoren beeinflusst, und viele Investoren hoffen auch darauf, denn durch diese Marktbewegungen ist es möglich, ein gutes Unternehmen unter Wert zu bekommen. Oder um es mit den Worten von Warren Buffett zu sagen: Man kauft den Dollar für 50 Cents.
Das ist im Grunde schon das Geheimnis eines Investors. Er kauft gute Unternehmen erst, wenn sie billig sind. Mehr dazu weiter unten.
Derivatemarkt:
Derivate sind Finanzinstrumente wie Optionen und Futures. Ihr Wert wird meist von einem anderen Vermögenswert abgeleitet, dem sogenannten Basiswert. Oft werden solche Instrumente genutzt, um sich abzusichern. Wir gehen in einem Extra-Beitrag noch näher darauf ein.
3. Geldmarkt:
- Wichtigkeit: hoch, insbesondere für das Liquiditätsmanagement und die kurzfristige Finanzierung.
- Volumen: Vergleichsweise kleiner, aber entscheidend für die Stabilität des Finanzsystems.
- Beispiele: Schatzwechsel, Termingelder, Tagesgeld.
Der Geldmarkt befasst sich mit kurzfristigen Finanztransaktionen. Hier werden Finanzinstrumente gehandelt, die in der Regel eine Laufzeit von einem Jahr nicht überschreiten. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Liquiditätsbeschaffung und der Zinssteuerung durch die Zentralbanken. Dieser Zinssatz wird durch das Gleichgewicht von Geldangebot und Geldnachfrage bestimmt, aber er wird auch von der Zinspolitik beeinflusst.
Die Hauptakteure auf diesem Markt sind die Zentralbanken, Kreditinstitute, Großunternehmen und öffentlichen Verwaltungen. Diese handeln auf dem Markt mit Tages- und Termingeldern, Leihgeschäften, Schatzanweisungen und auch Geldmarktderivaten.
Vereinfacht gesagt ist der Markt also dafür da, das Geld zu vermitteln, das die einen haben, und die anderen brauchen. Wofür die anderen natürlich wieder Zinsen bekommen. Er ist somit ein wesentlicher Bestandteil des Finanzmarktes und trägt zur Stabilität und Effizienz der Finanzmärkte bei.
4. Rohstoffmarkt:
- Wichtigkeit: Hoch, da er den Handel von physischen Gütern wie Öl, Gold und landwirtschaftlichen Produkten ermöglicht.
- Volumen: Groß, abhängig von den gehandelten Rohstoffen.
- Beispiele: Ölmarkt, Goldmarkt, Agrarmärkte.
Dann haben wir noch den Rohstoffmarkt, der ein wesentlicher Bestandteil der Weltwirtschaft ist. Wie der Name schon sagt, werden hier alle natürlichen Rohstoffe wie Metalle, Energie und Agrarprodukte gehandelt.
Die wichtigsten Börsen sind dabei die New York Mercantile Exchange (NYMEX), die London Metal Exchange (LME) und die Chicago Board of Trade (COBT). Die Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt und sind dadurch auch stark von geopolitischen Ereignissen, Wirtschaftsdaten und Wetterbedingungen abhängig.
Zu den Teilnehmern gehören hauptsächlich Produzenten und Händler, die sich absichern wollen, aber auch Investoren, die in Futures oder ETFs investieren. Denn auch auf Rohstoffe gibt es mittlerweile ETFs.
Der Rohstoffmarkt ermöglicht es also, die Rohstoffe weltweit unter einer gewissen Preisstabilität zu verteilen. Gerade für Produzenten, Händler und Verbraucher ist der Markt essenziell, da er ihnen die Möglichkeit gibt, in die Zukunft zu planen. So verwenden diese Kaufoptionen, die es ihnen ermöglichen, im September zu einem festen Kurs zu kaufen. Sollte der Preis über der Kaufoption liegen, so haben die Verbraucher einen guten Deal gemacht. Liegt er darunter, nehmen sie die Option oft nicht wahr und bezahlen nur die Gebühren für das Halten der Option. Es gibt aber auch Optionen mit einer Ausführungspflicht.
Das nur am Rande. Das Thema ist groß und komplex, weswegen ich hier ebenfalls nochmal einen eigenen Beitrag dazu verfassen werde, den ich dann hier verlinken werde.
Zusammenfassung:
Die einzelnen Märkte sind also dafür da, den Unternehmen und den Regierungen der Welt, Kapital für Investitionen, Expansionen und Betriebsausgaben zu beschaffen. Aktienemissionen und Anleiheemissionen sind Möglichkeiten, um Kapital zu beschaffen. Je größer das Risiko des Scheiterns ist, desto besser sind dabei die Gewinne.
Die Märkte dienen dazu, eine Bestimmung der Preise zu ermöglichen. Das passiert durch Angebot und Nachfrage. Die Preise spiegeln also die Erwartung des Marktes, anhand der Informationen wieder, die er im Moment besitzt. Das heißt aber nicht, dass der Markt richtig bewertet. Er nähert sich lediglich einem fairen Wert an, für den Fall, dass er nicht über- oder untertreibt.
Finanzmärkte bieten auch die nötige Liquidität, indem sie Käufer und Verkäufer auf der ganzen Welt zusammenbringen. Auch die Spekulanten tragen zu dieser Liquidität bei und sind dadurch wichtig für den Markt.
Die einzelnen Akteure in der Übersicht:
Was machen sie an der Börse?
- Regierungen: Diese finanzieren sich an der Börse, indem sie Anleihen ausgeben. Mit diesem Geld werden öffentliche Projekte oder auch Betriebsausgaben finanziert. Sie spielen aber auch eine Rolle bei der Regulierung und Überwachung der Märkte.
- Unternehmen: Auch diese geben Anleihen aus, um sich frisches Kapital zu sichern, das sie für Investitionen oder Expansionen verwenden. Dazu haben sie auch noch die Möglichkeit, Aktien auszugeben, um mehr Kapital zu beschaffen. Um neue Aktien auszugeben, braucht es aber Zeit, da dies angemeldet und von verschiedenen Stellen genehmigt werden muss. Dazu nutzen Unternehmen auch Derivate, um sich gegen Risiken (z. B. Währungsrisiko) abzusichern.
- Finanzinstitute: Dazu zählen Banken, Versicherungen und Investmentfonds. Einige davon sind auch an der Börse notiert. Sie bieten eine Vielzahl von Finanzdienstleistungen an, wodurch sie auch sehr stark in den Märkten involviert sind. Man kann diese Unternehmen eigentlich an allen Finanzmärkten finden, da sie an allen diesen Märkten aktiv sind. Sie nutzen sie zur Spekulation, Absicherung, Aufbewahrung oder Vergabe von Geldern.
- Institutionelle Investoren: Sie werden oft auch das Smart Money genannt. Es handelt sich dabei um die Big Player, Investmentgesellschaften, Hedgefonds oder auch Pensionsfonds. Sie verwalten eine gigantische Menge an Kapital und beeinflussen die Preisbildung und die Liquidität der Märkte. Auch diese Investoren sind überall an den Märkten zu finden. Durch ihre extreme Größe, haben diese Investoren aber einige Probleme. So können sie eine Aktie nicht einfach schnell abstoßen, ohne den Preis massiv zu bewegen. Während Sie einfach alles für Ihren Preis verkaufen können, muss ein institutioneller Investor dafür Zeit aufwenden und warten, bis genügend Liquidität auf dem Markt ist. Deswegen verkaufen viele der Investoren in Tranchen, denen Sie folgen können, denn die Investoren müssen ihre Transaktionen ab einer gewissen Größe vierteljährlich offenlegen. Ein weiterer Nachteil ist die Größe der Aktie. Viele Investoren sind schlicht zu groß, um in die Aktien frühzeitig einzusteigen, in denen sie einsteigen wollen. Sie dagegen haben damit vermutlich kein Problem. Sie können bei den sogenannten Small oder Mid Caps nach Juwelen suchen, denn diese werden oft übersehen, da die Big Player einfach zu groß sind, um hier investieren zu können. Zugegeben, es ist nur ein sehr kleiner Vorteil, aber es ist ein Vorteil.
- Einzelanleger: Dazu zählt alles, was nichts mit dem institutionellen Handel zu tun hat, also auch Profitrader, die auf eigene Rechnung traden. Anders als noch vor 30 Jahren haben Einzelanleger heute beinahe so viele Möglichkeiten wie institutionelle Anleger. Sie können Derivate kaufen, mit Optionen spekulieren, auf Währungspaare wetten, in Aktien investieren oder auch in ETFs und Fonds. Der Informationsvorsprung existiert ebenfalls nur noch bedingt. Auf kurzfristiger Sicht werden Sie immer noch im Nachteil sein, aber institutionelle haben nur noch einen Vorsprung von ein paar Stunden oder Tagen. Die institutionellen Anleger sind lediglich besser ausgebildet und wissen, wo sie suchen müssen, um Informationen zu erlangen. Doch diesen Nachteil können Sie mit genug Zeit und Übung aufholen.
Regulierung der Finanzmärkte:
Die Regulierung der Märkte ist wichtig, um die Stabilität und Fairness zu garantieren. Ohne solche Regulierungen würde eine Art wilder Westen herrschen. Erst die Regeln und Vorschriften machen einen Markt effizient, da dadurch alle Marktteilnehmer dieselben Standards erfüllen müssen. Das hilft, um Investoren vor Betrug und Marktmissbrauch zu schützen, wie es teilweise in den Kryptobörsen noch der Fall ist. Allerdings zeigt die Vergangenheit auch, dass zu viele Regulierungen ebenfalls nicht gut sind. Oft werden Regeln in den besten Absichten aufgestellt, die dann letzten Endes den Nährboden für eine Blase bilden. Das ist aber eine andere Diskussion.
Die Regulierungen werden von verschiedenen Institutionen in den jeweiligen Ländern beschlossen und überwacht. In Deutschland ist das die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie überwacht Banken, Versicherungen, Wertpapiermärkte und andere Finanzinstitutionen.
Weitere wichtige Regulierungsbehörden sind die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) und die in England sitzende Financial Conduct Authority (FCA). Das grobe Aufgabengebiet ist allerdings dasselbe wie bei der BaFin.
Einige Beispiele von Regulierungen, die zur Transparenz beigetragen haben, sind unter anderem:
Transaktionsberichte: Indem Finanzunternehmen detaillierte Berichte über ihre Transaktionen einreichen müssen, um Marktmanipulation zu verhindern, und anderen Marktteilnehmern die Möglichkeit geben, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Prüfungen und Inspektionen: Die Behörden führen sie durch, um sicherzustellen, dass die Vorschriften eingehalten werden.
Obwohl die Fülle der Regulierungen immer wieder kritisiert wird, besteht kein Zweifel daran, dass einige dieser Regularien sinnvoll sind, um Schocks auf den Finanzmärkten zu verhindern und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Dennoch kommt es immer wieder zu Crashs an der Börse. Diese lassen sich aber nie ganz vermeiden, da es in der Natur der Sache liegt. Wir bewegen uns nun mal in Wirtschaftszyklen, in denen es auf und ab geht.
Fazit:
Die Finanzmärkte können grob in 7 Teilbereiche eingeordnet werden. Jeder davon erfüllt eine wichtige Aufgabe, damit unsere Wirtschaft reibungslos funktioniert. Dadurch ergeben sich für uns eine Menge Möglichkeiten zur Spekulation und zur Investition. Je besser wir den Markt kennen, desto besser stehen unsere Chancen, den Markt zu schlagen, da er ständig zu Unter- und Übertreibungen neigt.
Institutionelle Anleger verfügen über so viel Kapital, dass sie in der Lage sind, den Markt zu bewegen, und obwohl Sie möglicherweise immer noch einen Schritt voraus sind, ist der Informationsvorsprung mittlerweile so gering, dass er kaum noch ins Gewicht fällt. Durch ihr gigantisches Kapital sind sie nicht in der Lage, in jede Aktie zu investieren. Wenn die Aktie zu klein ist, können sie dort kaum Kapital hineinstecken. Ein aktuelles Beispiel sah man bei DroneShield. Hier investierte J.P. Morgan, nur um kurz danach wieder auszusteigen. Das taten sie aber nicht freiwillig, sondern weil DroneShield wieder unter eine gewisse Marktkapitalisierung fiel, was J.P. Morgan dazu zwang, auszusteigen. Davon abgesehen müssen sich institutionelle Anleger vor ihren Kunden rechtfertigen. Es ist schwer, solchen Leuten zu erklären, warum man kein Amazon hat, aber eine Mini-Aktie, die kaum jemand kennt. Deswegen werden bei den Small und Mid Caps oft Juwelen übersehen, und hier liegt ein Vorteil, den man nutzen kann.
Auch die Regulierungen betreffen dich weniger als die Großen, was dir wieder einen Vorteil verschafft, da du dem Smart Money folgen kannst. Diese müssen ihre Transaktionen vierteljährlich offenlegen. Es gibt viele Internetseiten, die diese Veröffentlichungen tracken. Schaue einmal bei Seeking Alpha oder Hedge Follow vorbei.
Es ist also kein Hexenwerk mehr, besser als der Markt zu sein. Man muss sich nur damit beschäftigen und Zeit investieren. Alle Mittel, die es braucht, sind kostenlos verfügbar und bieten beinahe die gleichen Informationen, die die Großen haben.

